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94 „Endprodukt“ Verkehr ab: Erhöhung der Verkehrssicherheit, Verbesserung des Verkehrsablaufs, Verringerung der Schadstoffemissionen etc. Zugleich werden Anforderungen an die Tätigkeiten der Abnahme und der technischen Wartung beschrieben, deren implizites Ziel die dauerhafte Sicherung der einer regelgerechten Planung unterstellten angestrebten hohen Qualität der Verkehrssteuerung ist. Die Tätigkeiten der Überprüfung und gegebenenfalls der Instandsetzung richten sich jedoch vornehmlich auf den Zustand der einzelnen Bestandteile der Lichtsignalanlage gemäß der ursprünglichen Planung; eine Rückbindung an die resultierende, durch geänderte Rahmenbedingungen gegebenenfalls veränderte Qualität des Verkehrsablaufs findet nicht statt. Alle qualitätssichernden Tätigkeiten der verschiedenen Phasen der Lebensdauer einer Lichtsignalanlage werden gebündelt erstmals in der RiLSATeilfortschreibung 2003 im Kontext der resultierenden Qualität des Verkehrsablaufs betrachtet. In einem neu hinzugekommenen Anhang „Qualitätssicherung“ werden für Anlagen im Betrieb eine turnusmäßige und ereignisbezogene Kontrolle und Systempflege gefordert, bei der das Unfallgeschehen sowie aus Beobachtungen gewonnene Informationen zu Kenngrößen des Verkehrsablaufs – z. B. die Überstauung von Fahrstreifen – zu einer umfassenden Qualitätsbewertung genutzt werden. Das Ergebnis dieser Beurteilung ist der Indikator für das Erfordernis, durch geeignete Verbesserungsmaßnahmen die resultierende Qualität des Verkehrsablaufs zu erhöhen. 8.2 Erreichter Forschungsstand Qualitätsmanagement oder Qualitätssicherung wird im Zusammenhang mit Lichtsignalanlagen bisher nur selten explizit als Forschungsgegenstand, Forschungsziel oder Thema einer Veröffentlichung benannt. Dennoch wurden im Untersuchungszeitraum Studien veröffentlicht, die sich mit Teilfragestellungen beschäftigen, die im Rahmen eines Qualitätsmanagements zu betrachten sind. Innerhalb der in solcher Weise dem Qualitätsmanagement zuordenbaren Literatur werden vor allem · das Handlungserfordernis einer Verbesserung der Lichtsignalsteuerung und ihrer Anpassung an die Richtlinien, · die systematische Überprüfung und Bewertung von Lichtsignalanlagen, · die Automatisierung und Standardisierung von Überwachungsfunktionen und -aufgaben und · die Kommunikation mit Verkehrsteilnehmern im Umfeld der Lichtsignalsteuerung behandelt. Die Ergebnisse verschiedener empirischer Untersuchungen unterstreichen einen bedeutenden Handlungsbedarf für die Verbesserung der Lichtsignalsteuerung und ihre Anpassung an die gültigen Richtlinien. Anhaltspunkte für den Handlungsbedarf zeigt eine Untersuchung von THOMAS (2001), der in einer Untersuchung von mehr als 40 im Betrieb befindlichen Lichtsignalanlagen im US-Bundesstaat Iowa erhebliche Mängel festgestellt. Diese reichen von unzureichend ermittelten Zwischenzeiten über die nicht ausreichende Ausstattung und Sichtbarkeit der Signalgeber zu einem grundsätzlich mangelhaften Wartungszustand. Zwar können die Ergebnisse weder auf den Gesamtbestand der Lichtsignalanlagen in Iowa noch auf Deutschland übertragen werden, die Untersuchung zeigt jedoch auf, dass das Fehlen einer regelmäßigen und systematischen Überprüfung in den verschiedenen Phasen der Lebensdauer von Lichtsignalanlagen zum Auftreten signifikanter Mängel führen kann, die im Routinebetrieb unentdeckt bleiben. Dass durch eine systematische Überprüfung und Bewertung bestehender Lichtsignalanlagen weitreichende Verbesserungspotenziale erschlossen werden können, zeigt auch der Erfahrungsbericht von HANGLEITNER et al. (1997). Hier wurde bei der Überprüfung von insgesamt 29 Streckenzügen in 15 Fällen ein erhebliches Verbesserungspotenzial ermittelt. In einer volkswirtschaftlichen Betrachtung hat SUNKARI (2004) ein Nutzen-Kosten-Verhältnisse von 40:1 für eine Verbesserung der Signalprogramme festgestellt. Die Bedeutung eines systematischen Ansatzes beim Unterhaltungsmanagement von Lichtsignalanlagen unterstreicht KRAFT (1997). Als Ergebnis einer Befragung unter US-amerikanischen Betreibern von Lichtsignalanlagen zeigte sich jedoch, dass die überwiegende Anzahl der Betreiber ausschließlich mit listen- und kontrollbuchbasierten Systemen arbeitt und keine softwaregestützten Verwaltungs- und Wartungssysteme nutzt, sodass auf diesem Feld ein weitreichendes Verbesserungspotenzial gesehen wird. Der dieser Untersu-