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darüber hinaus selbst noch in kritischen Einwänden gegen diese fortgeführt:
Kritik an der Apparatustheorie richtet sich meist nur gegen Ausmaß und Ver­
bindlichkeit der dem Kino zugesprochenen Machtwirkungen, nicht aber ge­
gen die postulierte Machtform. Vielmehr wird geradezu spiegelbildlich zur Ap­
paratustheorie auf die Heterogenität filmischer Verfahren und die Beweglich­
keit der Subjekte hingewiesen, um daraus auf eine Schwächung, wenn nicht so­
gar Subversion des Machtdispositivs zu schließen (z.B. Kepley 1996, 535). Indem
›Exzesse‹ der ästhetischen Formen auf der Leinwand, komplex vorstrukturier­
te Subjektivitäten der Zuschauerinnen und Zuschauer oder Praktiken jenseits
des Kinosaals als Argumente gegen die machtvolle Effektivität des Dispositivs
angeführt werden, bleibt die reduktionistische Vorstellung, dass Macht durch
Eindeutigkeit, Untersagen, Festschreiben etc. funktioniert, erhalten.
Exemplarisch lässt sich dies an Auseinandersetzungen der feministischen Film­
theorie mit Dispositiv und Apparatus verfolgen. Unzufrieden mit dem mono­
lithischen Modell, das einen universalen Blick postuliert, wird die machtvolle
Effektivität des Dispositivs unter Hinweis auf (zumindest) geschlechtlich dif­
ferenzier te Subjektivitäten infrage gestellt. Außerdem werden – teilweise wie­
derum unter Rückgriff auf psychoanalytische Begriffe wie Fantasie etc. – die
vielfältigen möglichen Bezugnahmen der Betrachterinnen auf das filmische
Bild herausgearbeitet (z.B. Cowie 1997, 164f., Kepley 1996, 534f.). Annette Brauerhoch insistiert (explizit in Auseinandersetzung mit der Apparatustheorie)
auf dem »Überschuß« und dem »vorsymbolischen Charakter« der filmischen
Bilder sowie auf der Möglichkeit einer »ziellosen Unfokussiertheit« der Film­
wahrnehmung (Brauerhoch 1996, 64; s.a. 51–55) . Bei allen derartigen Differen­
zierungen, die das Modell erfährt, werden die spezifischen Effekte des Medi­
ums weiterhin durch die unmittelbare Beziehungsachse zwischen Apparatur /
filmischem Bild auf der einen Seite und ZuschauerInnen auf der anderen ge­
kennzeichnet. Analog zur Ver fahrensweise der Cultural Studies werden ledig­
lich einige weitere Variablen in dieses Bezugssystem eingeführt. Das Verhält­
nis zwischen ästhetischen Formen und Rezeptionsprozessen danach klassifi­
ziert werden, ob es Machtfunktionen stützt oder ›Freiheiten‹ zulässt.
Das machttheoretische Modell der Apparatustheorie (sowie die komplementä­
re Gegenposition) findet weit über die Filmwissenschaft und den Gegenstand
Film / Kino hinaus Anwendung. Immer wieder wird eine starre oder zumindest
eindeutige Positionierung der Subjekte für die Machteffekte von Medien ver­
antwortlich gemacht, während die Flexibilität medialer Praktiken in der Um­
kehrung als Subversion klassifiziert wird.
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Medientheorie mit Foucault