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Technisches Handeln als Gegenstand Technischer Bildung
den. Er sieht als wichtigen Schritt die Herausbildung „epistemischer Strukturen zu Abläufen,
Bedingungen und Veränderungsspielräumen“ (a. a. O., S. 83). Förderlich dafür sind stabile
und realistische Kontroll- und Selbstwirksamkeitsüberzeugungen.
Sein Ansatz baut auf der Vorstellung auf, dass das Selbst ein Konstrukt ist, das jeder Mensch
im Laufe seines Lebens aufbaut und das einer ständigen Überarbeitung unterliegt. Fuhrer zu
diesem Identitätsverständnis: „Identitätsbildung endet nicht [...] in einer stabilen IchFormation, sondern ist eine lebenslange Transaktion.“ (Fuhrer 1999, S. 108) Hier setzt auch
die Theorie des Selbstkonzeptes an.
5.3.2
Zum wissenschaftlichen Konstrukt des Selbstkonzeptes
Ihre Ursprünge liegen im symbolischen Interaktionismus und in dessen Vorstellung, dass
sich schon Kinder als Subjekt und als Objekt verstehen können – letztes erst dann, wenn sie
gelernt haben, Rückmeldungen auf ihre Person aus der Sicht anderer zu betrachten und somit
erkennen können, dass es eine symbolische Repräsentation ihrer selbst gibt. Oerter skizziert
die wissenschaftliche Genese des Begriffes „Selbstkonzept“. Demnach geht auf Lewis und
Brook die Unterscheidung zwischen einem existentiellen und einem kategorialen Selbst zurück (vgl. Oerter 2002, S. 214). Während das existentielle Selbst in der Unterscheidung zum
Nicht-Ich gebildet wird, nehmen Kinder ab etwa dem zweiten Lebensjahr wahr, dass sie
Mädchen oder Junge sind, dass sie ein bestimmtes Alter, einen individuellen Namen haben –
sie bestimmen ihr Selbst anhand bestimmter Kategorien. Ab der späten Kindheit, ab etwa 9
Jahren, nimmt sich ein Kind differenziert wahr. Es beginnt, zwischen Anstrengung („Ich habe des gekonnt, weil ich mir Mühe gegeben habe.“) und Fähigkeit („Ich habe das gekonnt,
weil ich gut mit der Säge umgehen kann.“) zu unterscheiden. Damit wird die emotionale
Komponente von Könnenserfahrungen in ihrer Wirkung verändert, sie wird mit dem Leistungsbegriff verbunden (vgl. dazu Reisenzein 1994, S. 126).
Die Schule übernimmt eine prägende Funktion bei der Ausgestaltung des Selbstbildes. Über
die Leistungsbewertungen, und auch über den Fächerkanon, bietet sie ein gesellschaftlich
normiertes Kategoriensystem an. G. Binder kann zeigen, dass Grundschulkinder zwischen 9
und 10 Jahren diese kategoriale Einteilung gezielt nutzen, um selbstwertgefährdende Leistungsattributionen zu „entschärfen“. Sie glichen in ihrer Selbstdarstellung Schwächen im
schriftsprachlichen Bereich durch Stärken in anderen Bereichen aus, beispielsweise im sportlichen oder im künstlerischen (Binder 2010).
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