Download Teil-3
Transcript
Vorgehensweisen und Methoden in der Praxis 125 (3) Suggestivfragen vermeiden, (4) nur eindeutig beantwortbare Fragen stellen (z.B. keine Doppelfragen), (5) doppelte Verneinung vermeiden, (6) Überforderung des Antworters durch zu umfangreiches Material vermeiden, (7) konkrete Fragen sind besser als allgemeine. Erhebungen in Form von schriftlichen Befragungen haben gegenüber persönlichen und telefonischen Interviews folgende Vorteile: (1) Die befragte Person kann den Fragebogen dann ausfüllen, wenn sie Zeit dazu hat, allenfalls auch in mehreren Schritten zu verschiedenen Zeitpunkten. (2) Die Situation bei der Beantwortung ist gegebenenfalls vollständig anonym und vertraulich. (3) Erläuternde Unterlagen können, auch wenn sie komplex sind, ohne Zeitdruck durchgelesen werden. (4) Nicht zuletzt entfällt der Kontaktierungs- und Befragungsaufwand beim Erheber, was zu einem kostengünstigen Vorgehen führt. Wichtig bleibt festzuhalten, dass bei betrieblichen Befragungen die Befragten während der Arbeitszeit ausreichend Gelegenheit zum Ausfüllen der Fragebogen erhalten. Zu den wesentlichen Nachteilen der schriftlichen Befragung gehört, dass über Gründe und Motive derjenigen, die nicht antworten, keinerlei Informationen vorliegen. Erschwerend kommt bei schriftlichen Befragungen hinzu, dass die Rücklaufquoten – je nach Zielpublikum, Gültigkeit und Anzahl von Adressen, Streuung des Fragebogens und Administration des Mahnwesens – stark unterschiedlich sein können; im allgemeinen sind Rücklaufquoten unter 30% als kritisch, 30–50% als akzeptabel und über 50% als gut bis sehr gut anzusehen. Niedrige Rücklaufquoten können dann vorkommen, wenn der Fragebogen wenig ansprechend gestaltet ist, eine grosse Zahl von Fragebogen an ein breitgefächertes Zielpublikum verschickt wird (z.B. bei Umfragen in Zeitschriften) oder die Adressen nicht mehr auf dem aktuellen Stand sind. Dagegen können bei regelmässigen telefonischen Befragungen über 60% des Zielpublikums erreicht und inter-