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Jeder Mensch sucht Wertschätzung, Respekt, Achtung seines So-seins und dessen, was er geschaffen hat. Wir sehnen uns zutiefst nach dieser Achtung als Person. Jeder Mensch hat als Person Würde und ist darin unantastbar. Achtung heißt, die Würde der Person zu respektieren. Sich selbst und zugleich die anderen anschauen können, mit sich im letzten übereinstimmen und mit dieser Übereinstimmung auch vor anderen bestehen können, das macht seine Würde aus. (Khinast S. 209) Der Mensch will spüren können, dass er ganz er selbst sein darf. Er will das Eigene in die Welt bringen, es vertreten, dazu stehen und womöglich auch genießen. er will in der Mitte seines Lebens stehen und sich darin wieder finden. Und jeder Mensch hat dieses tiefe, im Gewissen gründende Gefühl für sein Eigenes. Dabei können jedoch auch Ängste auftauchen, bestraft zu werden, Zuwendung zu verlieren, allein dazustehen. Gibt man diesen Ängsten nach, verzichtet man auf sein Eigenes. Daher ist es wichtig, die Angst auszuhalten, anzuschauen und zu fragen, woher sie kommt. Person sein verlangt daher auch Abgrenzung des Eigenen vom Anderen. Die Öffnung auf mich selbst hin, zum echtesten von mir, zum Originären, zur Tiefe, zu dem, was ich im Wesen bin, hilft mir, meinen besten Platz in der Welt zu finden, um mich ganz zur Entfaltung zu bringen. Das Gefühl, so sein zu dürfen, wie man ist, wird dadurch verstärkt, dass man so akzeptiert wird, wie man ist. Wie viel Trauer empfindet ein Mensch, wenn er nicht als vollwertig behandelt wurde, wieviel Schmerz erlebt er, wenn er erkennen muss, dass seine Eltern ihn, so wie er ist, nicht gewollt haben. Akzeptanz ist eine Haltung, ein Ja zur Person. Akzeptieren bedeutet, zu einem Menschen trotz seiner Schwächen und Fehler, die man nicht mag, in Beziehung zu bleiben und ihm seinen Lebensraum zuzugestehen. Akzeptanz trägt nur dann, wenn in ihr auch ein Mögen als emotionale Bezogenheit spürbar ist. Konfrontation, ein Sich-Abgrenzen, Kritik kann dann als hilfreich erfahren werden, wenn der Kritisierte die Gewissheit hat, trotz seiner Schwächen als Person akzeptiert und gehalten zu sein. Wer meint, nicht so sein zu dürfen, wie er ist, passt sich an, wird abhängig von Anerkennung und unterwirft sich dem Diktat der Pflicht und des Gehorsams. Dadurch entfernt sich der Mensch von sich selbst - er verletzt sich selbst als Person. Das Leben droht sich einzuengen. Jeder Mensch hat die schwierige Aufgabe, sich selbst anzunehmen, mit seinen Vorzügen und Unvollkommenheiten, selbst, wenn er nicht alles an sich mag, sich auszuhalten. Ich muss mich selbst annehmen, wie ich mich vorfinde, in meinem biographischen Gewordensein, mit all den Spuren, die andere in mir hinterlassen haben. Die Selbstannahme ist die Basis der Selbstwerdung. Der Mensch besitzt die Fähigkeit, sich aus Distanz selbst anzuschauen, auf Stärken und Schwächen, Gelungenes und Misslungenes zu blicken. In diesem Blick auf sich selbst, in den Selbstgesprächen wird er sich bewusst, dass er sich als Kostbarkeit gegeben, anvertraut und verantwortlich ist. Jeder will so mit sich leben, dass er zu sich stehen, vor sich bestehen, sich achten kann. Das bedeutet; Fühlung zu sich aufzunehmen und Stellung zu beziehen. Wer eins mit sich ist, braucht keine Rechtfertigung. Ich stehe zu meinen Fehlern und entschuldige mich. 24