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7. Connecting People: Sozialtechnik Mobiltelefonie
transformieren, sich selber modifizieren und einen bestimmten Zustand von Vollkommenheit, Glück, Reinheit, übernatürlicher Kraft erlangen“ (Foucault 1984, S.
32). Was hier ein wenig esoterisch klingt, ist der Versuch, mit dieser Begrifflichkeit
möglichst viele Lebensbereiche abzudecken, um dadurch vielfältige Praxen der
Formung und Ausgestaltung von Subjektivität zu ermöglichen. Dies reflektieren
auch die Beiträge der Gouvernementalitätsstudien, die etwa Körperpraktiken wie
zum Beispiel Wellness (vgl. Duttweiler 2005) analysieren. Körperpraktiken als
Selbsttechnologien zu analysieren, spiegelt sich auch im Umgang mit dem Handy
wider. Der Diskurs über die Schädlichkeit von Handys schlägt sich in individuellen
Handhabungen nieder, zum Beispiel, wenn das Handy nicht am Körper getragen
(vgl. Int. Nr. 6-I) und keinesfalls in den Kinderwagen gelegt wird (ebda, S. 78)
„Diese Technologien des Selbst haben wesentlich zu den Ideen von Subjektivität
in der jeweiligen Epoche beigetragen. Unter dieser Perspektive erweist sich das
Subjekt als symbolisches Konstrukt, in seiner konkreten Ausprägung immer auch
abhängig von den je gewählten bzw. gesellschaftlich verfügbaren Strategien der
Selbst-Inszenierung und Selbst-Kreation" (Becker 2000, S. 19). Der Zeitgeist von
Selbsttechnologien wird besonders in dem Beitrag von Thomas Waitz deutlich
(vgl. 2007, S. 221ff.), der die populäre Selbstmanagement-Methode von David
Allen ‘Getting Things Done’ untersucht. Das Grundprinzip beruht darauf, dass alle
Aufgaben, egal ob privater oder beruflicher Natur, aufgelistet und in einem
speziellen Notationssystem festgehalten werden. „Es stellt ein Set geregelter
Prozeduren dar, über die das Applikationsfeld ‘Alltag’ fortlaufend strukturiert und
normalisiert wird“ (Waitz 2007). Das oben angeführte Glück, das dabei der
Einzelne erfährt, beschreibt ein User in einem Blog eindrücklich: „The central idea
is to change your habits so that you are automatically more organized; you always
know, what things you have to do next. You stop forgetting things, you find
yourself with more time for fun because your’re better at doing things in their
allotted time, and your life becomes a compartmentalized list of projects and files“
(ebda). Es zeigt, wie Selbsttechnologien in Wissen-Subjektivitäts-ArbeitsBeziehungen der postfordistischen Gegenwart eingebunden sind. Sie erhalten so
große Bedeutung, weil sie privat und beruflich ineinander verschränkt die neoliberalen Tugenden der Selbstverantwortlichkeit und Lebensoptimierung ausüben. Die
Aufgabe dieser Technologien ist die Integration widersprüchlicher Innerlichkeiten
und Anforderungen, die konstruktive Selbstverhältnisse hervorbringen. Foucault