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9. Arbeit und Mobiltelefon
um ein Gleichgewicht zwischen persönlicher und nicht-technischer Kommunikation
herzustellen (vgl. Becker 2002, S. 134ff.).
Aufschlussreich an dieser Stelle finde ich eine theoretische Rückbindung an Fragen des Selbstmanagements, das von der Vorstellung einer effizienzorientierten
Durchgestaltung des eigenen Lebens ausgeht. So dient das Mobiltelefon als Instrument zur Effizienzsteigerung, man kann Treffen kurzfristiger gestalten, Rückfragen rasch organisieren, zugleich produziert es jede Menge ineffiziente Kommunikation im Stil von ‘Ich komme um 10 Minuten später’, ‘Wo bist du?’ ‘Was soll ich
einkaufen?’ Was für die einen lästiger Kommunikationsmüll ist, drückt für andere
soziale Verbundenheit und Aufmerksamkeit aus. Die essenzielle Frage ist dabei:
Worin besteht effizientes telefonieren? Wer definiert die Standards, gibt Maßstäbe
vor? Im beruflichen Kontext heißt effizientes Telefonieren, ergebnisorientiertes
Telefonieren. In verkaufs- und dienstleistungsorientieren Berufen gehört sie zum
Jobprofil und wird in Telefon-Trainings226 gezielt trainiert. Und einfache TelefonChecklisten sind ein wichtiger Inhalt jedes Selbstmanagement-Ratgebers. Geht es
beim Telefonieren überhaupt um Effizienz oder Effektivität? Im Gegensatz zur Sozialwissenschaft gibt es im betriebswirtschaftlichen Begriffsapparat eine genaue
Unterscheidung zwischen diesen Begriffen, die ein differenzierendes Verstehen
erlaubt. So definiert Effizienz ökonomische Wirksamkeit, ob sich Projekte ‘rechnen’, ausgedrückt in der Maxime: ‘Do the the things right!’. Effektivität zielt auf die
operative Umsetzbarkeit ab, legt den Fokus auf die Ebene des Handelns, fragt ob
Maßnahmen ‘greifen’, verkürzt auf die Maxime: ‘Do the right Thing!’. Es verdeutlicht die Bedeutsamkeit eines individuell wie Gruppen übergreifend, akkordierten
Anrufmanagements, da die Telefongewohnheiten des Einen, den Anderen stören.
„Weil man eben immer verfügbar ist, weil jeder glaubt, jetzt fällt ihm was ein und
das muss er unbedingt dem sagen und er tippt schon und es läutet, wurscht da
wird nicht auf die Uhr geschaut, das ist einfach. Die Leute sind verfügbar, und
wenn du nicht abhebst, hast du es auf der Mailbox, dann kannst du dir das wieder
anhören, kannst wieder zurückrufen“ (Int. Nr. 10-IV, S. 118).
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Bei Telefon-Trainings lernt man das eigene Gesprächsverhalten zu analysieren und mittels der
„10 goldenen Regeln des Telefonierens“ zielgerichtet zu kommunizieren (vgl. WIFI Wien, 2011).