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10. Resümee und Ausblick 317 ’richtigen Zeitpunkt’ zu kommen, weshalb das klassische Zeitmanagement längst durch Prioritätenmanagement ergänzt wird, um Life-Leadership zu gewinnen. Diese strukturellen Veränderungen schlagen sich auf Mikroebene nieder, betreffen also auch das Arbeitsindividuum, dieser betriebswirtschaftliche Effizienzdruck wird verstärkt internalisiert und trägt zur erweiterten Selbstökonomisierung bei. Das ist der Nukleus des Konzepts des Arbeitskraftunternehmers, dass auch ArbeitnehmerInnen darauf bedacht sein sollen ihre eigene Arbeitskraft strategisch zu nutzen, selbstständig zu entwickeln und aktiv zu vermarkten. Anhand der Art und Weise, wie manche der Befragten ihre mobile Erreichbarkeit strategisch anlegen, erkennt man, dass die Figur des Arbeitskraftunternehmers keine leere Worthülse ist. Am stärksten bringt der Begriff der Ich-AG erwerbszentrierte Lebensführung und ökonomiedominierte Subjektpositionen zum Ausdruck. Im empirischen Teil verwende ich ihn auch als Sammelbegriff für die ständig steigende Zahl von Einpersonenunternehmen. Für viele Befragte EPUs ist das Handy ein kaum verzichtbares Arbeitsinstrument: Es dient als mobiles Büro, assistiert bei der Abrechnung, protokolliert Arbeitsfortschritte, übernimmt die Terminverwaltung – immer eingeschalten für die Kundschaft nahezu immer erreichbar. • Technikbeziehungen Eine Motivation für die Wahl des Themas bestand auch darin, Mobiltelefonieren als politische Technologie vorzustellen. Wie ich gleich zu Beginn der Arbeit in einem Themenaufriss skizziere, bieten sich mehrere Zugänge: das Handy als Medium politischer Partizipation, der Herstellung politischer Gegenöffentlichkeit sowie die Kontroll- und Überwachungspotenziale der Mobiltelefonie. Gesellschaftliche Ordnung, kollektives Handeln wie Konfliktaustragung sind mit der Entwicklung technischer Instrumente, Verfahren und Systeme eng verwoben. Ausgehend von einem breiten Politikbegriff ist auch das Zusammenspiel zwischen der Formierung von Subjektivität, ökonomischen Anforderungen und technologischer Entwicklung grundlegend politisch. Die Wechselwirkung zwischen Technik, Politik und Gesellschaft erfordert einen genauen Blick auf die Akteure. So verbindet die EU durch die Förderung der IKT auch das politische Interesse, damit nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, sondern auch den europäischen Integrationsprozess voranzutreiben, wie in Kapitel 3 beschrieben. Auch in der Rekonstruktion der Geschichte des Telefons wird die politische Dimension dieser Kommunikationstech-