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31. Unsere Zeit und Gottes Ewigkeit Gottes Ewigkeit ist keine ins Endlose gedehnte Zeitlichkeit, sondern eine aller Zeitlichkeit enthobene Freiheit gegenüber der Zeit. Gottes Ewigkeit ist also keine quantitative Steigerung der Zeit, sondern eine ganz andere Qualität. Umso erstaunlicher ist es, dass der Ungewordene und Unvergängliche als Jesus Christus in die Zeit einging, um uns vergänglichen Kreaturen Anteil an seiner Ewigkeit zu gewähren. 32. Gottes Allmacht Die Bibel bezeugt vielfach, dass Gott, wenn er etwas will, durch nichts daran gehindert werden kann. Denn Gott ist einer, der, was er will, auch kann. Und das ist ein großes Glück, weil er die Macht in Jesus und hinter Jesus ist. Nur Gottes Allmacht bietet Gewähr dafür, dass Jesu Verheißungen wahr werden. Jesu Liebe wäre hilflos, wenn nicht das Durchsetzungsvermögen des Allmächtigen ihren Hintergrund bildete. So aber dürfen wir zuversichtlich erwarten, dass am Ende der Weltgeschichte alle Macht liebevolle Macht – und alle Liebe mächtige Liebe sein wird. 33. Gottes Unveränderlichkeit Weil Gott keine Schwankungen kennt, ist auch sein Wille unveränderlich in dem, was er von uns fordert. Seine Ansprüche sind nicht wandelbar oder verhandelbar. Und das ist schrecklich für alle, die sich ihm sinnlos widersetzen. Gott hat immer den längeren Atem! Für die Gläubigen ist es aber sehr tröstlich, weil Gott das, was sie auf fehlbare und schwankende Weise wollen, auf unveränderliche und eindeutige Weise will. Niemand hat die Macht, den Unveränderlichen zu ändern, ihn vom Wege abzubringen oder sein barmherziges Werk an uns zu hindern. 34. Gottes Ehre Der Begriff „Ehre“ beschreibt die persönliche Integrität einer Person, deren Verhalten übereinstimmt mit den von ihr erhobenen Ansprüchen, den von ihr anerkannten Werten und den von ihr gegebenen Zusagen. Weil Gott aber sagt, was er denkt, tut, was er sagt, und hält, was er verspricht, ist er der Inbegriff der Ehre. Gott stimmt mit sich selbst ganz und gar überein. Er kennt kein Abweichen von Sein und Schein, Pflicht und Wirklichkeit. Und darum ist es recht und billig, nicht den fehlbaren Geschöpfen, sondern allein dem Schöpfer die ihm gebührende Ehre zu geben – und sie vor aller Welt zu bezeugen. 35. Gottes Güte Gut ist, was Gott will, und böse ist, was Gott nicht will. Doch will er das Gute nicht, weil es „an sich“ schon gut wäre. Sondern, was Gott will, wird dadurch „gut“, dass er es will, und es ist auch allein darum „gut“, weil er es will. Gott hält sich also an keine Norm, Gott ist die Norm. Er folgt keiner Ordnung, sein Wille ist die Ordnung. Gott respektiert nicht einen vorgegebenen Unterschied von „gut“ und „böse“, sondern indem er handelt und gebietet setzt er diesen Unterschied in Kraft. 13