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KAPITEL 01 KAPAZITÄTSMANAGEMENT GESTERN & HEUTE R. BORDEWISCH, C. FLUES, R. GRABAU, J. HINTELMANN, K. HIRSCH, H. RISTHAUS 01.01 Motivation Trotz der zunehmenden Abhängigkeit des Unternehmenserfolgs von der Leistungsfähigkeit und der Verlässlichkeit der IT-Strukturen ist ein systematisches Kapazitätsmanagement (KapMan) in vielen Unternehmen völlig unzureichend etabliert. Betrachtet man die einschlägige Literatur, so lassen sich die Begriffe Kapazitätsmanagement und Kapazitätsplanung wie folgt abgrenzen: Unter Kapazitätsmanagement versteht man alle Aktivitäten, die darauf abzielen, die vorhandenen IT-Ressourcen so einzusetzen, dass sich eine bestmögliche Dienstgüte und Ressourcennutzung für alle Anwendungen einstellt. Zu diesen Aktivitäten zählen Anpassung von Anwendungsgewohnheiten, Umkonfigurieren von Systemen und Einstellungen von Systemparametern zur Erreichung maximaler Leistung. Letzteres wird auch als Performance Tuning bezeichnet. Daher kann man Kapazitätsmanagement als Optimierungsprozess gegenwärtiger Systeme auffassen. Kapazitätsplanung umfasst alle Aktivitäten, um für vorgegebene Dienstgüteanforderungen von Anwendungen die notwendigen Ressourcen bereitzustellen. Dazu zählen die Aufrüstung von Client-Rechnern, Servern und Netzkomponenten, die Anschaffung neuer Komponenten oder auch die Bildung von Substrukturen, um Verkehrsströme voneinander zu trennen. Kapazitätsplanung ist ein auf zukünftige Systeme ausgerichteter Prozess. Die Betrachtung des Kapazitätsmanagements als reinen Optimierungsprozess erscheint uns zu kurz gefasst. Dabei ist Management nicht nur im Sinne des Führens, sondern mehr im Sinne des Handhabens und des Bewerkstelligens zu verstehen. Daher führen wir die folgende Sichtweise ein: KapMan umfasst die Aktivitäten Überwachen, Analysieren und Tunen, Planen und Prognostizieren des Systemverhaltens hinsichtlich Performance, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit. IT-Anwender sind an einem performanten, stabilen Systemverhalten und IT-Betreiber an einer wirtschaftlichen Ressourcen-Nutzung interessiert. Deshalb bilden vertragliche Vereinbarungen über die gewünschte Dienstgüte wie Transaktionsdurchsatz oder Antwortzei- Teil I: Einführung und Grundlagen Seite I-3
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