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Im Gegensatz dazu steht die durch ein System ermöglichte Effizienz, sobald sämtliche
Funktionen beherrscht werden. Während die mögliche Effizienzsteigerung durch Erfahrung
beim
angesprochenen
Informationskiosk
minimal
ist,
sollten
professionelle
Computeranwendungen hier ein gewisses Potential bieten. Da Erlernbarkeit und
Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung oft im Widerspruch zueinander stehen, muss in
Hinblick auf die Zielgruppe ein passender Kompromiss gefunden werden (Nielsen, 1993, S.
30).
Neben Systemen, die vom Benutzer genau einmal verwendet werden, und solchen, die
Bestandteil der täglichen Arbeit sind, gibt es noch eine dritte Kategorie Anwendungen, die
von Zeit zu Zeit benötigt werden. Für solche Fälle ist es sehr wichtig, dass die
Bedienoberfläche einprägsam gestaltet ist, da nur so auf bereits früher erlerntes Wissen
zurück gegriffen werden kann. Falls dieser Aspekt allgemein unbedacht bleibt, oder sich die
Software gängigen Gewohnheiten widersetzt, muss bei jeder Benutzung erneut „bei null“
angefangen werden (Nielsen, 1993, S. 31f).
Als Fehler sind sämtliche Reaktionen eines Systems zu sehen, die nicht förderlich für die
Erreichung des Ziels sind. Um Schaden vorzubeugen, und den Anwender zu informieren,
sollten aussagekräftige Fehlermeldungen und Möglichkeiten zur Fehlerkorrektur bereit
gestellt werden. Fehleingaben, die mangels Überprüfung zu Datenverlusten führen können,
sollten keinesfalls möglich sein (Nielsen, 1993, S. 32f).
Der letzte Aspekt, die subjektive Benutzerzufriedenheit, drückt aus, wie angenehm es für den
Anwender ist, mit einem System zu arbeiten. Während es bei Computerspielen ein Faktor für
Zufriedenheit ist, dass die Verwendung Freude bereitet, kann es bei Bürosoftware schon
ausreichend sein, wenn diese den Arbeitsalltag sinnvoll unterstützen (Nielsen, 1993, S. 33ff).
2.2.2 DIN EN ISO 9241
Der vollständige Titel dieser Norm lautet „Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten
mit Bildschirmgeräten“ und folgt drei Leitkriterien. Dabei handelt es sich um keine
technischen Anforderungen, sondern um nichtfunktionale Ziele, die sich am Anwender und
dessen Ansprüchen orientieren (Dahm, 2006, S. 132).
Effektivität ist das erste der drei Oberziele und bezeichnet die Genauigkeit und
Vollständigkeit, mit der Benutzer die relevanten Ziele erreichen. Als zweites Ziel ist die
Effizienz zu betrachten, das heißt, welches Verhältnis zwischen Aufwand, den der Benutzer
aufbringen muss, und Resultat (Genauigkeit und Vollständigkeit des gewünschten Effekts)
vorliegt. Als drittes Kriterium wird in der Norm die Zufriedenheit der Benutzer genannt.
Diese liegt dann vor, wenn eine positive Grundhaltung der Software gegenüber vorhanden ist,
und sich die Anwender nicht unangenehm durch ein System beeinträchtigt fühlen. Alle drei
Oberziele gemeinsam stellen ein Maß für Gebrauchstauglichkeit dar (Dahm, 2006, S. 132f).
Neben anderen bedeutenden Abschnitten der Norm, ist insbesondere Teil 10, welcher den
Titel „Grundlagen der Dialoggestaltung“ trägt, in der gegenständlichen Usability besonders
relevant. Als Dialog kann praktisch jede Art der Benutzerschnittstelle gesehen werden –
unabhängig davon, ob es sich dabei um ein Dialogfenster auf einer grafischen
Benutzeroberfläche handelt oder nicht. Anwendungen aller Art sollten daher auf jeden Fall
gewisse Eigenschaften aufweisen (Dahm, 2006, S. 133).
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