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traditionell zu spät eingegangen. Dadurch entstehen Produkte mit schlechter Usability, oder es
werden teure Nachbesserungen notwendig, um eine ausreichende Gebrauchstauglichkeit
sicherzustellen.
Der Text bezieht sich auf eine Forrester-Studie aus dem Jahr 2001, welche den positiven
Einfluss von UCD auf die Verkaufszahlen im E-Commerce-Bereich untersucht hat. Dabei
wurde eine fiktive Handelsplattform untersucht, die 500.000 Besucher und eine Conversion
Rate von 3,3% verzeichnen kann. Die 16.500 Käufer generierten dabei Einnahmen von knapp
1.350.000 Dollar. Mithilfe von Usability-Tests konnten Schwachstellen, wie eine ineffiziente
Abwicklung der Bestellung und eine unbefriedigende Suchfunktion, aufgedeckt werden
(August, 2003, S. 17f).
Es wird angenommen, dass die Kosten für Evaluierung und Behebung dieser Problemstellen
insgesamt 490.000 Dollar betragen. Dadurch kommt es zu einer Steigerung der Conversion
Rate von 3,3 auf 5%, respektive einer Steigerung der Einnahmen auf rund 2.060.000 Dollar.
Unter diesen Annahmen würden die zusätzlich generierten Einnahmen bereits nach 52 Tagen
die für Usability-Verbesserungen aufgewandten Kosten übersteigen (August, 2003, S. 18).
Im Rahmen einer Umfrage über erfolgreiche Internetfirmen wurde festgestellt, dass
benutzerorientiertes Vorgehen in der Entwicklung einen der wichtigsten Erfolgsfaktoren
darstellt. Die Empfehlungslisten von „amazon.com“ sind ebenso eine Entwicklung, die UCD
zuzuschreiben ist, wie das „One Click Purchasing“ Feature. Auch das Vorhandensein einer
Rechtschreibkorrektur bei der Google-Suche ist kein Zufallsprodukt, sondern aus
Untersuchungen der Benutzerverhalten heraus entwickelt worden (August, 2003, S. 18).
Abschließend hält August fest (2003, S. 18), dass die kundenorientierte Sichtweise durch die
„dot.com“ Krise Aufschwung erhalten hat. Diese hat gezeigt, dass jede noch so gute Idee oder
Technologie zum Scheitern verurteilt ist, wenn sie nicht die Bedürfnisse der Kunden
befriedigt.
4.7 „Cost benefits evidence and case studies“
Nigel Bevan (2005, S. 1f) erläutert im Rahmen dieses Artikels einige Vorteile, die sich durch
den Einsatz anwenderzentrierter Entwicklungsmethoden ergeben. Neben reduzierten
Entwicklungskosten, geht er dabei auch auf potentiell gesteigerte Verkaufszahlen und
reduzierten Aufwand im Bereich des Kundensupport ein. Es wird bereits im Vorwort erwähnt,
dass das Paper Abschnitte aus dem Buch „Cost-Justifying Usability“ (Bias & Mayhew, 2005,
S. 575ff) adaptiert und übernommen hat. Da diese bereits in Kapitel 4.2 behandelt wurden,
werden hier nur noch darüber hinaus gehende Erkenntnisse dargestellt.
Eine groß angelegte Untersuchung, die von MauroNewMedia im Auftrag eines E-CommerceUnternehmens durchgeführt wurde, fand heraus, dass die Suche im eigenen Online-Shop in
57% der Fälle fehlerhafte oder unvollständige Suchergebnisse lieferte. Außerdem wurde
ermittelt, dass 46% der Besucher die Webseite wieder verließen, ohne die gesuchten Artikel
gefunden zu haben – obwohl diese eigentlich im Shop verfügbar waren (Bevan, 2005, S. 4).
Um das Potential dieser nie abgeschlossenen Verkäufe nutzbar zu machen, beauftragte das
Unternehmen mehrere Usability-Experten, und ließ eine Vielzahl an Mängeln beheben. Die
Gesamtkosten dafür beliefen sich auf über 1.000.000 Dollar. Wären bereits im Rahmen der
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