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4.1.7.1 Reaktanz und Beeinflussung Felser (2007) gibt an, dass, wenn eine Person versucht, eine andere zu beeinflussen, dann wehrt sich diese zumeist gegen die Manipulation wehrt und eventuell das Gegenteil von dem tut, was von ihr erwartet wurde. Ein Beispiel hierfür wäre ein aufdringlicher Verkäufer, der jemandem etwas unbedingt verkaufen will. Wenn sich ein Mensch unbehaglich fühlt, neigt er eher dazu, nichts zu kaufen, um der Manipulation durch den Verkäufer zu widerstehen. Wenn hingegen der Verkäufer sehr freundlich und zuvorkommend ist, kann es sein, dass sich der Kunde dazu verpflichtet fühlt, etwas zu kaufen, da die Bedienung als ein Entgegenkommen gewertet wird, dem gegenüber man nicht undankbar sein soll. Wiswede (1979) führt an, dass das Gefühl der Verpflichtung als unangenehm erlebt werden kann und dass dieses Unbehagen eine Form der Reaktanz darstellt. Kroeber-Riel und Weinberg (2009) geben an, dass man bei den Konsumenten gezielt Reaktanz auslösen kann, um sie gegen Beeinflussungsversuche zu immunisieren. Beispielsweise kann man durch Hinweise auf die Beeinflussungsabsicht, welche auf Packungen, vor oder in einer Werbung etc. geboten werden können, die Widerstandskraft des Verbrauchers gegenüber einer Beeinflussung erhöhen. Hier spricht man von Immunisierungsstrategien. Wiswede (1979 S. 99) führt an, dass harte Werbestrategien oder hartes Verkaufen vermieden werden sollte, denn diese bewirken „Unwillen und Abwehr, sobald ein gewisser Schwellenwert überschritten ist“. Es gibt Techniken, um die Wahrnehmung der Beeinflussungsabsicht beim Konsumenten zu reduzieren. Beispielsweise kann durch Ablenkung die Beeinflussung als weniger stark wahrgenommen und dadurch das Risiko zur Entstehung von Reaktanz gesenkt werden (Frey, 1981). 132