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-133- Rechtsprechung urteilten die Richter, dass eine Haftung als Störer die Verletzung von Prüfungspflichten voraussetze: "Die Beurteilung, ob und inwieweit eine Prüfung zuzumuten war oder ist, richtet sich nach den jeweiligen Umständen des Einzelfalles." In dem Fall, um den es hier geht, verneinte das Gericht bei einem großen Forum eine stetige Überprüfungspflicht (so auch BGH – I ZR 304/01). Diese sei nur zumutbar, wenn der Betroffene im Wege der Abmahnung in Bezug auf bestimmte Inhalte konkrete Persönlichkeitsverletzungen geltend mache. Selbst dann treffen den Betreiber eines Forums indes keine umfangreichen Nachforschungspflichten. Ihm sei "lediglich zuzumuten nachzuprüfen, ob der abgemahnte Beitrag aus der Perspektive eines unbefangenen Internetnutzers als rechtmäßig anzusehen ist". Praxistipp: Obwohl sich das in der Begründung des Gerichts so leicht anhört, ist für Forenbetreiber die Bewertung der Zulässigkeit eines Beitrags mit erheblichen Risiken verbunden. Im Zweifel sollten Betreiber nach einer Abmahnung den beanstandeten Beitrag löschen und sich durch Nutzungsbedingungen Rechte zur Löschung rechtswidriger Äußerungen vorbehalten. 2. Prüf- und Handlungspflichten für Forenbetreiber Internet World Business 20-2007, Seite 10 Das LG Hamburg hat entschieden, dass ein Forenbetreiber für die rechtswidrige Zugänglichmachung eines Fotos durch einen Dritten als Mitstörer verantwortlich sein kann (Az.: 308 O 245/07). Die Richter stellten fest, dass die "Ermöglichung der öffentlichen Zugänglichmachung von Fotografien über ein Internetforum durch Dritte (É) die keinesfalls unwahrscheinliche Möglichkeit birgt, dass von den Dritten solche Rechtsverletzungen begangen werden. Das löst Prüf- und gegebenenfalls Handlungspflichten aus, um der Möglichkeit solcher Rechtsverletzungen vorzubeugen". Praxistipp: Mit Blick auf die neue BGH-Rechtsprechung zum Angebot von Rolex-Imitaten bei Ebay (Az.: I ZR 35/04) hat es das Gericht am vorliegenden Einzelfall festgemacht, inwieweit Prüfungspflichten bestehen. Demnach kann bei großen Foren fraglich sein, ob und inwieweit dort eine aktive Suche zu betreiben ist. Bei Foren mit wenigen Beiträgen pro Tag besteht im Falle der offensichtlichen Rechtsverletzung die Gefahr, dass eine Verletzung von Prüf- und Handlungspflichten angenommen wird. Ein Forenbetreiber sollte vor Abgabe einer Unterlassungserklärung daher prüfen, in welchem Umfang ihn Handlungspflichten treffen. Sonst kann es bei einem (provozierten) Folgeverstoß eng für ihn werden.